Ab in die Wolke… Cloud-Anbieter im Vergleich

Mit dem fortlaufenden Siegeszug von Tablets und Smartphones hat sich auch ein Dienst durchgesetzt, der unter dem Namen Webspace nicht wirklich erfolgreich vermarktet werden konnte, aber als “Cloud” findet der Dienst mehr und mehr Freunde.

Dropbox, iCloud, google Drive, Skydrive (v. o. l)

In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit den vier wohl bekanntesten Cloud-Angeboten und mit der Telekom Cloud.

Was verbirgt sich denn hinter der Wolke

Alle Dienste, die wir heute hier vorstellen bzw. beschreiben, haben ein Ziel. Der Anwender – also Ihr – soll von überall Zugriff auf seine Dateien haben. Dabei steht der private Anwender derzeit im Mittelpunkt des Interesses der Anbieter.

Wenn man den Begriff Cloud jedoch im Sinn der Unternehmen beschreibt, ist die Speicherung von Dateien nur ein Einstieg. Ziel ist es viel mehr, dem Kunden Dienste (Services) anzubieten und – ja man mag es nicht glauben – zu verkaufen ;-) .

Wikipedia beschreibt Cloud Computing in der Einleitung so:

Cloud-Computing (selten auch: Rechnerwolke) umschreibt den Ansatz, abstrahierte IT-Infrastrukturen (z. B. Rechenkapazität, Datenspeicher, Netzwerkkapazitäten oder auch fertige Software) dynamisch an den Bedarf angepasst über ein Netzwerk zur Verfügung zu stellen. Aus Nutzersicht scheint die zur Verfügung gestellte abstrahierte IT-Infrastruktur fern und undurchsichtig, wie in einer „Wolke“ verhüllt, zu geschehen. Angebot und Nutzung dieser Dienstleistungen erfolgen dabei ausschließlich über definierte technische Schnittstellen und Protokolle. Die Spannbreite der im Rahmen von Cloud-Computing angebotenen Dienstleistungen umfasst das komplette Spektrum der Informationstechnik und beinhaltet unter anderem Infrastruktur (z. B. Rechenleistung, Speicherplatz), Plattformen und Software.[1]

Wer bietet mir denn die Cloud an?

Es gibt derzeit viele Anbieter von Cloud-Diensten. Wir haben uns hier mal auf die fünf bekanntesten Anbieter festgelegt. Daneben gibt es noch eine Vielzahl anderer Anbieter, die auch Ihre Vor- und Nachteile haben. Wer einen tollen Anbieter kennt, kann diesen gern in einem Kommentar empfehlen.

Wir konzentrieren uns also auf die iCloud von Apple, auf Skydrive von Microsoft, auf das frisch gestartete google Drive und auf Dropbox. Neben diesen Anbietern ist in Deutschland für die Telekom-Kunden auch noch die Telekom Cloud verfügbar.

Kostet die Cloud Geld?

Die Frage nach den möglichen Kosten muss gestellt werden, ist jedoch schwer zu beantworten. Es gibt immer wieder die Möglichkeit über Apps und bestimmte Betriebssysteme auch kostenlosen Platz in der Wolke zu bekommen.

So bietet Apples iCloud dem Nutzer 5 GB kostenlos an. Um die iCloud zu nutzen ist – wie immer bei Apple – ein iTunes Konto notwendig. Auch der frisch gestartete und in Deutschland noch nicht verfügbare Dienst google Drive bietet im Einstieg 5 GB kostenlos an. Microsoft stellt dem Nutzer 7 GB kostenlos zur Verfügung – bis zum 22. April waren es noch 25 GB :-( . Die magenta Wolke – die Telekom Cloud – ist derzeit mit 26 GB (davon 1 GB für Mails) die Größte kostenlose Cloud. In der Dropbox stehen dem Nutzer bis zu 18 GB zur Verfügung – wobei diese an “Freundschaftsempfehlungen” gebunden sind, der Einstieg wird mit 2 GB kostenlosem Platz belohnt.

Was muss ich noch zum Thema Cloud wissen?

Wir fassen in der folgenden Tabelle alle Informationen, die Ihr wissen müsst, zusammen. Eine Vollständigkeit können wir nicht garantieren, auch Änderungen die nach Veröffentlichung dieses Artikels können wir nicht in der Übersicht berücksichtigen.

Clouds in der Übersicht* Durch Freundschaftswerbung kann das Volumen auf 18 GB erhöht werden, bei Android 4.0 HTC Sense 4.0 sind 25 GB Dropbox-Volumen 2 Jahre kostenlos inklusive ** zzgl. 1 GB für E-Mails *** Voraussetung OS X Lion

Welche Cloud ist optimal?

Hier gilt mal wieder: “Jedem das seine…”. Es ist schwierig, eine klare Empfehlung auszusprechen. Vielmehr kommt es darauf an, was jeder möchte.

  • So ist Dropbox sehr gut geeignet, wenn man seine Daten mit Nutzern verschiedener Plattformen teilen möchte.
  • Im Skydrive von Microsoft können die gängigen Office Formate gleichzeitig von verschiedenen Nutzern sehr komfortabel bearbeitet werden.
  • Die Telekom Cloud ist durch die Integration des Mediacenter besonders für Enterain-Kunden hervorragen geeignet, denn hier kann man zugreifen und Bilder und Videos am heimischen Fernseher genießen.
  • google Drive wird die Nutzer durch die Integration verschiedener Apps und durch die breite Formatvielfalt, die sich in Browsern nutzen lassen sollen begeistern.
  • iCloud ist für den iTunes Kunden sehr gut geeignet. Durch Dienste wie iTunes Match kann der Nutzer an verschiedenen Geräten seine gesamte Musikbibliothek über iTunes verfügbar machen - ich oute mich, das nutze ich sehr ausgiebig ;-)

Damit ist es klar, es gibt nicht die eine Wolke, sondern es gibt für jeden seine Wolke. Kombiniert man die hier vorgestellten Cloud-Anbieter, kann man über eine 60 GB Wolke kostenlos verfügen – wenn man ein Musiktitel mit 4 MB rechnet, kann man hier ca. 15.000 Titel ablegen und überall darauf zugreifen.

Was wird noch kommen?

Wir haben in der Redaktion mal die Glaskugel poliert und im Kaffesatz gelesen. Dienste ist das große Thema der Zukunft für die Cloud. Office365 von Microsoft ist ein deutliches Zeichen für die Ausbreitung von Diensten – hier sogenannte SaaS (Software as a Service). Damit kann der Anwender an jedem Internetrechner, über Tablet oder Smartphone, mit und ohne Apps die Programme der Office als Team oder als einzelner Anwender nutzen – ohne dass die Software installiert sein muss.

Wir haben da mal ne Frage!

Wir wollen gern mal von Euch wissen, ob und welche Cloud Ihr nutzt. Wir freuen uns auf Eure Antworten, Kommentare und Fragen.

9 Gedanken zu “Ab in die Wolke… Cloud-Anbieter im Vergleich

  1. Einen netten Vergleich habt ihr da gemacht, aber kurze Frage: im Moment scheint Google Drive in Deutschland noch nicht verfügbar zu sein, oder? Ich bin in meinem Bekanntenkreis einer der wenigen die keinen Cloud-Dienst nutzen, da ich immernoch skeptisch bin im Bezug auf Datensicherheit …

  2. Ich nutze derzeit Ubuntu One, dabei bleib ich erstmal. Beim nächsten Vergleich bitte mit aufnehmen :D Short Facts: Ubuntu One wurde ursprünglich für Benutzer der Linux-Distribution Ubuntu aufgebaut. Aber auch mit Windows, iOS und Android ist der Speicher kompatibel. Ähnlich wie bei Amazons Cloud Drive oder Apfel iDrive gibt es einen Musikdienst, der deine Titel per Stream aufs Mobiltelefon abspielt. 5 Gigabyte Speicherplatz gibt es umsonst, mehr kostet wie üblich ;-) Infos: https://one.ubuntu.com/

  3. Was in dem Artikel noch fehlt: Die eigene Cloud!

    Obwohl in sehr vielen Haushalten und Büros mittlerweile eine FritzBox steht, wissen die meisten nicht, was das Gerät alles zu bieten hat. Mit einfachsten Mitteln kann sich nämlich jeder Besitzer einer Fritzbox seine eigene Cloud einrichten und erhält damit sicheren Zugriff aus dem Internet auf die zuhause gespeicherten Daten – sowohl per PC, Smartphone oder auch Tablet.
    Ganz nebenbei behällt man damit die volle Kontrolle und vor allem die Hoheit über seine eigenen Daten!

    Seit rund einem Monat bietet AVM im Rahmen eines kostenlosen Firmware-Updates auf Fritz!OS 5.20 zusätzliche, sehr nützliche Funktionen: Eine von ihnen ist der Cloud-Service “MyFritz”, mit dem man die Fritzbox übers Internet fernsteuern kann und immer und überall Zugriff auf seine Netzwerk-Speicher hat.

    Man braucht dazu lediglich einen USB-Stick oder eine USB-Festplatte, welche dann an die eigene Fritzbox angeschlossen wird. Der Zugriff erfolgt dabei verschlüsselt. Mit dem kostenfreien MyFRITZ!-Dienst von AVM ist die FRITZ!Box dann über einen fest definierten Zugang erreichbar – die Einrichtung einer DynDNS-Adresse entfällt. Apps und Bookmarks runden den einfachen Zugang ab.

    Weitere Informationen und Download der aktuellen Fritz!box Firmare hier: http://www.avm.de/de/News/artikel/2012/cebit_update_fritzos.html

  4. Lauter Wolken, dabei scheint doch die Sonne. ;-) Kleiner Scherz am Rande. Ich wusste garnicht, das es soviele Cloud Anbieter gibt. Seit der Werbung von T-Mobile habe ich zum ersten mal davon gehört.

  5. Pingback: WWDC 2012: Apples iOS in Version 6 vorgestellt | fonox blog

  6. Ich hätte mal eine Frage.
    Für mich wäre ein Cloud-Anbieter interessant, der mir auch eine automatische Datensicherung im Hintergrund ins www. ermöglicht. und wo man das ganze nicht händisch uploaden muss und auch Ordner und nicht nur einzelne Dateien wie bei der Telekom hochladen kann.
    Kann mir da jemand einen sicheren Anbieter empfehlen ?

  7. Ich nutze seit längerem das Angebot von Trend Micro. Genannt SafeSync. Leider fehlt dieses Angebot hier im Vergleich, was ich schade finde. In Puncto Sicherheit ein excellentes Angebot. Die Server stehen in Deutschland, so daß auch die deutschen Datenbestimmungen greifen. Zuverlässigkeit ist sehr hoch und dazu noch leicht einzurichten und zu bedienen. Kann ich allen nur empfehlen! Es gibt dort auch kostenlos 2GB. Für 20,-€ im Jahr bekommt man 20GB. Das sind 1,66€ pro Monat…. mir ist es das wert!

Hinterlasse eine Antwort